1996  "Kontraste"  (Afrika - Europa) Spitäle Würzburg

Drei (2014 sind es 18) Studienreisen in die Sahara zum Stamm der Tuareg haben Idee und Anregungen zu diesem Ausstellungsthema gegeben. Afrika und Europa im jeweiligen persönlichen Umfeld und Kontraste in Klima, Landschaft, Bevölkerung, Religion, Wohnen, Verkehr, Sprache, Schrift und Kultur fließen in die Bildersprache ein. Gegensätze wie Gelassenheit und Hektik, Einfachheit und Überfluß, Weite und Enge klingen an.

Ausdrucksmittel sind Objektkästen mit der Gegenüberstellung von afrikanischen und europäischen Sammelobjekten aus dem täglichen Kulturleben und Bilder in Mischtechnik.

Der Bildträger Sperrholz wird mit Filzpappe kaschiert und Wellpappe, Papier, Sand, gerostete Eisengußspäne, Eisenfeilspäne, Edelstahlpulver, Beton, Bitumen, Zellulose u.ä., mit Pigmenten vermengt, werden hinzugefügt und bemalt.

„Das einzelne Bild erhält so eine fast haptische Qualität und eine körperliche Präsenz im Raum. Es ist nicht mehr Bildfläche, sondern Bildkörper, raumfordernd, raumaufnehmend und doch verletzlich in seiner Oberfläche.“...

„So abstrakt viele von den Bildern erscheinen, sie haben immer einen ganz konkreten, nachvollziehbaren Ausgangspunkt. Sind also nicht vage emotionaler Ausdruck der Reiseerfahrung ‘schlechthin’, sondern Wiederklang von Gesehenem.“ ...

„Frühling, Sommer, Herbst und Winter" oder "Die Jahreszeiten" aus der Vogelperspektive mit all der bunten, aber streng abtrennenden Felderwirtschaft, die unsere Region prägt und die sich so grundsätzlich von Wüsten-Weite (wie z.B. "Spuren II") unterscheidet.“ ...

„Auf ganz schmalen und hohen Bildern treten uns die "Tuareg" gegenüber, ragende, fast stelenartige Gestalten. Vor blauem Himmel gerinnen sie zu blauer Körperlichkeit, zu menschlichen Würdezeichen und mustern uns, unheimlich, da augenlos, durch das Geviert des Augenschlitzes. In der geometrischen Abbreviatur der Figur erscheinen sie wie Wächter von Zeit und Ewigkeit. Im Format können sie etwas an ägyptische Mumienporträts erinnern. Doch, im Gegensatz zu diesen, sind sie nicht individualistisch, vielmehr nur Formzeichen mit rundem, eckigem, balkenförmigem Haupt, den ‘Leib’ durchbrochen von Farbrinnsalen, die den reichen Schmuck und die Stickerei (der Festtagsgewänder) aus geometrischen Elementen andeuten.“ ...

"Gelenkte Bahnen" und "Geplante Bauten" sind kein missionarischer Kommentar zu europäischem Scheuklappen-Fortschrittsdenken. Die beiden Bilder sind faszinierende Gebilde, jenseits der Grenze von Malerei und Plastik, jenseits auch der Grenze von realistisch, tachistisch und geometrisch. Es sind die Bilder von einer, die aus der Weite kommt und die sich nun stößt und wundstößt an dem, was wir, eingepfercht in Begriffe, so gerne Freiheit nennen.“

(Zitate Dr. Eva-Suzanne Bayer aus der Einführung in die Ausstellung )

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